Grünauer Ferienworkshop setzt Schwarzpulver für Bildgestaltung ein – Stadtleben-Artikel vom 26.07.2013:
Manchmal hat Kunst eine durchschlagende Wirkung – davon kann Robert Schiller ein Lied singen. Denn der freischaffende Theatermacher hat die Lizenz zum Sprengen. Überall wo auf der Bühne mal etwas krachen muss, ist er gefragt. „Ich kenn mich mit den gefährlichen Dingen aus“, verrät er.
In der vergangenen Woche stellte er sein Können gemeinsam mit seiner Frau Elisabeth für ein ungewöhnliches Kunstprojekt zur Verfügung. In Trägerschaft des Bundes Bildender Künstler beschäftigten sich Grünauer Mädchen und Jungen mehrere Tage lang mit dem Einsatz von Sprengstoff für farbenprächtige Bilder. Das klingt gefährlich, doch natürlich sorgte Schiller dafür, das nichts passierte. Die Sprengladungen wurden stets mit dem nötigen Sicherheitsabstand in die Luft gejagt. Viel war ohnehin nicht nötig, vergleichbar in etwa mit normalen Silvesterknallern.
Doch was hat Sprengstoff mit Kunst zu tun? Eigentlich ist es ganz einfach: Eine kleine Ladung Schwarzpulver wird inmitten eines Beutels mit Farbe gezündet. „Was dann passiert, ist nicht mehr kontrollierbar“, so Schiller. Zwar lasse sich vieles planen, doch wie sich die Farbe schließlich auf dem gewählten Untergrund verteilt, ist Glückssache.
Apropos Untergrund: Die Farbexplosionen landeten beim aktuellen Ferienworkshop im Freizeitzentrum „Arena“ unter anderem auf Wänden, T-Shirts und auf einem riesigen Bildträger. Letzterer kann auch künftig im Freizeitzentrum am Rande Grünaus bewundert werden. Auch die buntverzierten Kleidungsstücke werden noch eine Weile zu sehen sein, und an der „besprengten“ Außenwand können sich in den nächsten Wochen noch weitere kreative Köpfe versuchen.
Robert Schiller sieht die Aktion als gute Gelegenheit, auch mal das scheinbar Unmögliche zu wagen. „Auch Scheitern ist erlaubt“, betont er. Und den Kindern wie Sinan, Jacob, Ines und all den anderen machte das richtig Spaß.
Am 6. September von 18 bis 22 Uhr wird es in der Arena eine große Explosionsparty geben – mit Nebel, Disco und allem was dazugehört. Und damit alles noch einmal erlebt werden kann, hat Kameramann Holger Teupel jeden Kracher dokumentiert: „Per Zeitraffer lässt sich vieles sichtbar machen, was bei der Sprengung viel zu schnell geht.“
Bert Endruszeit
Quelle: Kleine Leipziger Volkszeitung (Stadtleben) Süd vom 26.07.2013