„Allee-Center: Angebote statt Verdrängung“

Im Streit um den Aufenthalt von Jugendlichen vor dem Allee-Center im Stadtteil Grünau deutet sich ein Kurswechsel an. Nachdem die Polizei am Einkaufszentrum in den vergangenen Wochen verstärkt kontrolliert hat und damit Alkoholmiss-brauch und Pöbeleien eingeschränkt werden konnten, steht die Verdrängung der Gruppen nun nicht mehr oben auf der Agenda. Stattdessen soll mehr für die Jugendlichen getan werden.
In den vergangenen Wochen haben Gespräche mit den gut drei Dutzend Heranwachsenden stattgefunden, berichtet Jürgen Kasek, der für die Grünen im Stadtbezirksbeirat sitzt und ergänzt: „Die sind gern am Allee-Center, da sie dort weitgehend ungestört unter sich sind. Was ihnen fehlt, sind allerdings vernünftige Angebote.“ Weil Jugendclubs mit entsprechenden Möglichkeiten aber fern sind, soll am Einkaufszentrum Abhilfe geschaffen werden. Und dabei sieht sich auch das Einkaufszentrum selbst in der Pflicht.
Wie Manager Peter Lehnhardt gegenüber der LVZ erklärte, arbeite die Shoppingmeile derzeit zusammen mit Grünauer Jugendeinrichtungen an verschiedenen Ideen. „Wir versuchen, Angebote zu entwickeln, die nicht an einen Raum institutionell gebunden sind“, so Lehnhardt. Bei den Bemühungen hat das Allee-Center vor allem eine Gruppe von 14- bis 23-Jährigen im Blick, die nicht durch übermäßigen Alkoholkonsum und Pöbeleien aufgefallen ist. „Wir stehen in Kontakt, die Jugendlichen sind uns wohlgesonnen“, so der Center-Manager.
Darüber hinaus hat Grünen-Politiker Kasek auch in der Leipziger Stadtverwaltung Bewegung ausgemacht. Das Jugendamt erarbeite ebenfalls Vorschläge für passende Angebote. Mit Blick auf ähnliche Probleme in anderen Leipziger Stadtteilen sieht Kasek die Lösungen am Allee-Center als eine Art Vorreiterrolle.

Matthias Puppe

Quelle: Leipziger Volkszeitung vom 14.03.2013